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Übersicht

Details zu den Verhaltensvorschriften

Die entsprechende Platzregel übernimmt die Bestimmungen der DGV Turnierbedingungen 2020. Hier wird erläutert, welche Verhaltensweisen darin als Fehlverhalten angesehen werden.

Korrektes Droppen bei Inanspruchnahme der Elektro-Auszaun-Platzregel

Liegt ein Ball im Gelände und innerhalb zweier Schlägerlängen von einem Elektro-Auszaun entfernt, muss der Ball nach einem Freedrop mehr als zwei Schlägerlängen vom Elektro-Auszaun entfernt zur Ruhe kommen.

Keine Erleichterung von Überhängendem aus Penalty Areas

Berührt der Ball Überhängendes aus einer Penalty Area (i.d.R. Wasserhindernis) oder werden Stand oder Schwung dadurch beeinträchtigt, gibt es keinen Freedrop.

Erleichterung von Brücken

Liegt der Ball auf einem Teil der Brücke, der nicht zum Wasserhindernis gehört, gibt es einen Freedrop gemäß Regel 16 (unbewegliches Hemmnis), andernfalls bleiben nur die Möglichkeiten der Erleichterung wie bei Wasserhindernissen (Regel 17) – mit einem Strafschlag.

Wegfall der „2-Schlägerlängen-Gegenüber“- Dropmöglichkeit

Die frühere Möglichkeit, bei seitlichen Wasserhindernissen an der gegenüberliegenden Grenze, gleichweit vom Loch, innerhalb von zwei Schlägerlängen zu droppen, ist entfallen.

Keine Änderung bei verlorenem Ball oder Ball im Aus

Wie bisher erfolgt in solchen Fällen Erleichterung mit Schlag- und Distanzverlust (d.h. 1 Strafschlag und einen Ball an der Stelle spielen, von der aus der vorherige Schlag gemacht wurde).

Ausführliche Erläuterungen

Details zu den Verhaltensvorschriften

Die entsprechende Platzregel übernimmt die Bestimmungen der DGV Turnierbedingungen 2020. Hier wird erläutert, welche Verhaltensweisen darin als Fehlverhalten angesehen werden

Fehlverhalten:

  • Mit dem Trolley zwischen Grün und Grünbunker hindurchfahren bzw. über das Vorgrün fahren
  • Einen Schläger aus Ärger in den Boden schlagen bzw. den Schläger oder Einrichtungen des Platzes beschädigen
  • Einen Schläger werfen
  • Einen anderen Spieler während des Schlagens durch Unachtsamkeit ablenken
  • Pitchmarken nicht ausbessern, Bunker nicht harken oder Divots nicht zurücklegen

Strafe für Verstoß:

  1. Verstoß: Ein Strafschlag
  2. Verstoß: Grundstrafe
  3. Verstoß: Disqualifikation

Ein 2. bzw. 3. Verstoß liegt auch dann vor, wenn andere Fehlverhalten vorausgingen.

Schwerwiegendes Fehlverhalten:

  • Absichtlich ein Grün beschädigen
  • Abschlagsmarkierungen oder Auspfähle versetzen
  • Einen Schläger in Richtung einer anderen Person werfen
  • Einen anderen Spieler absichtlich während seines Schlages ablenken
  • Wiederholte Verwendung vulgärer oder beleidigender Ausdrücke
  • Personen gefährden oder verletzen

Strafe für Verstoß: Disqualifikation

Die Strafe für schwerwiegendes Fehlverhalten wird ggf. auch nach dem Turnier von der Spielleitung verhängt.

Korrektes Droppen bei Inanspruchnahme der Elektro-Auszaun-Platzregel

Liegt ein Ball im Gelände und innerhalb zweier Schlägerlängen von einem Elektro-Auszaun entfernt, muss der Ball nach einem Freedrop mehr als zwei Schlägerlängen vom Elektro-Auszaun entfernt zur Ruhe kommen

Die Elektro-Auszaun-Regel soll Stromschläge durch ungewollten Kontakt eines Schlägers mit einem Elektro-Auszaun so weit wie möglich verhindern. Da die meisten Ausgrenzen auf unserem Platz durch Elektrozäune festgelegt sind, wurde diese Platzregel folgerichtig bei uns 2020 eingeführt.

Dazu zwei Bemerkungen:

  1. Wie der Regeltext besagt, kann man diese Erleichterung in Anspruch nehmen, muss es aber nicht.
  2. Die straflose Erleichterung nach dieser Platzregel gemäß der allgemeinen Regel 16.1 verlangt für einen Ball im Gelände vollständige Erleichterung (Regel 16.1b).
    Wenn also der Drop erfolgt ist, muss der Ball mehr als 2 Schlägerlängen vom Zaun entfernt (und nicht näher zur Fahne) zur Ruhe kommen.

Liegt der fallengelassene Ball wieder innerhalb zweier Schlägerlängen vom Elektro-Auszaun, hat man eben keine vollständige Erleichterung genommen. Wird der Ball so gespielt, erhält der Spieler zwei Strafschläge.

Keine Erleichterung von Überhängendem aus Penalty Areas

Berührt der Ball Überhängendes aus einer Penalty Area (i.d.R. Wasserhindernis) oder werden Stand oder Schwung dadurch beeinträchtigt, gibt es keinen Freedrop.

Das gilt übrigens auch, wenn – wie bei uns recht häufig – eine Penalty Area als Biotop gekennzeichnet ist. Bei einer Penalty Area gehören nämlich bei Gegenständen und Pflanzen, die sich teilweise innerhalb und teilweise außerhalb der Penalty Area befinden, deren außerhalb befindlichen Teile nicht zur Penalty Area.

Anders verhält es sich bei Boden in Ausbesserung. Bei Beeinträchtigung durch Überhängendes aus Boden in Ausbesserung wird nämlich straflose Erleichterung gewährt, da bei Boden in Ausbesserung definitionsgemäß alles dazugehört, was in ihm wurzelt – auch wenn es über die Grenzen hinausragt.

 

 

Erleichterung von Brücken

Liegt der Ball auf einem Teil der Brücke, der nicht zum Wasserhindernis gehört, gibt es einen Freedrop gemäß Regel 16 (unbewegliches Hemmnis), andernfalls bleiben nur die Möglichkeiten der Erleichterung wie bei Wasserhindernissen (Regel 17) – mit einem Strafschlag.

Was also tun, wenn der Ball auf einer Brücke über ein Wasserhindernis (Penalty Area) zur Ruhe kommt?

Es bestehen folgende Möglichkeiten:

  • Den Ball spielen, wie er liegt. Der Schläger darf aufgesetzt werden.
  • Möchte man Erleichterung nehmen, entscheidet die Position des Balls:
    • Liegt der Ball auf dem Teil der Brücke, der zum Wasserhindernis gehört (siehe Bild unten), gibt es nur die Möglichkeiten der Erleichterung wie bei Wasserhindernissen (Regel 17) – mit Strafschlag.
    • Liegt der Ball auf dem Teil der Brücke, der nicht zum Wasserhindernis gehört, gibt es einen Freedrop gemäß Regel 16 (unbewegliches Hemmnis).

 

Woran erkennt man, welcher Teil einer Brücke zum Wasserhindernis gehört?

Zur Kennzeichnung, welcher Teil einer Brücke zum Wasserhindernis gehört, sind auf unserem Platz um die Brücken jeweils 4 Pflöcke gesteckt

Durch jeweils zwei Pflöcke auf beiden Seiten einer Brücke, die dicht am rechten und linken Rand gesteckt sind, wird – wie sonst auch bei der Markierung von Penalty Areas mit Pflöcken – durch die vorderen Punkte der Pflöcke die Grenzlinie zwischen den Brückenabschnitten festgelegt:

 

Entsprechend ergibt sich eine Grenzlinie zwischen den beiden Pfosten auf der anderen Seite der Brücke. Der Bereich A wird durch diese beiden Linien begrenzt.

  • Bereich A, einschließlich der gelben Linien, gehört zum Wasserhindernis – kein Freedrop.
  • Die Bereiche B (auf beiden Seiten der Brücke) gehören nicht zum Wasserhindernis – Freedrop.

Noch ein Hinweis:

Liegt der Ball nicht im Wasserhindernis – wie etwa bei Punkt X im obigen Bild – und werden Stand oder Schwung durch die Brücke behindert, gibt es immer einen Freedrop nach Regel 16 – selbst, wenn nur ein Teil der Brücke behindert, der zum Wasserhindernis gehört.

Und zwei Anmerkungen:

  1. Nach den Golfregeln sind alle offenen Gewässer (Seen, Flüsse, Bäche, Gräben…) automatisch Penalty Areas – ob als Penalty Area gekennzeichnet oder nicht. Man kann keines davon ausnehmen!
    Weiter gehört alles, ob natürlich oder künstlich, oberhalb von Wasserhindernissen prinzipiell mit zu den Wasserhindernissen, da sich die Grenzen von Penalty Areas senkrecht nach unten und nach oben erstrecken. Das gilt also speziell für den Teil einer Brücke, der ein Wasserhindernis überspannt:

Brücken (genauer: ihr überspannender Teil) über offenes Wasser sind also immer Bestandteil von Wasserhindernissen

  1. Übergänge wie etwa an Bahn 1 zum zweiten Fairway-Abschnitt oder an Bahn 3 kurz vorm Grün links sind keine Brücken im obigen Sinn, denn sie sind nicht künstlich hergestellt und sie gehören auch nicht zu einem Wasserhindernis: Das Wasser unter ihnen läuft durch Rohre o.ä., also handelt es sich nicht um offenes Gewässer.

Hier gilt also stets: Ball spielen, wie er liegt (oder für unspielbar erklären).

Wegfall der „2-Schlägerlängen-Gegenüber“- Dropmöglichkeit

Die frühere Möglichkeit, bei seitlichen Wasserhindernissen an der gegenüberliegenden Grenze vom Eintrittspunkt, gleichweit vom Loch, innerhalb von zwei Schlägerlängen zu droppen, ist entfallen.

Diese Einschränkung bedeutet nicht, dass etwa nach einem Schlag von Tee 10 in den Wassergraben zwischen Bahn 10 und Bahn 11 nicht mehr auf Bahn 11 gedroppt werden darf.
Es besteht nach wie vor die Möglichkeit, hinter dem Graben, also auf Bahn 11, zu droppen, und zwar auf der Verlängerung der Linie vom Loch der Bahn 10 zum Eintrittspunkt des Balles in den Graben. Lediglich die Möglichkeit des seitlichen Droppens innerhalb von zwei Schlägerlängen auf der gegenüberliegenden Seite ist entfallen.

Selbstverständlich kann weiterhin auch innerhalb von zwei Schlägerlängen vom Eintrittspunkt, nicht näher zum Loch, gedroppt werden, aber eben nur auf der Seite, von der der Ball ins Hindernis eingedrungen ist.

Eintrittspunkt (oder auch Kreuzungspunkt), also der Referenzpunkt für die Erleichterungsverfahren, ist übrigens der Punkt, an dem der Ball die Grenze des Wasserhindernis (Penalty Area) zuletzt gekreuzt hat. Es ist nicht der Punkt auf der Grenze, der dem Ball – wenn man ihn im Hindernis sieht – am nächsten ist.

In Turnieren keine Änderung bei verlorenem Ball oder Ball im Aus

Wie bisher erfolgt in solchen Fällen Erleichterung mit Schlag- und Distanzverlust (d.h. 1 Strafschlag und einen Ball an der Stelle spielen, von der aus der vorherige Schlag gemacht wurde).

Die Alternative (mit 2 Strafschlägen „in der Nähe“ der Stelle droppen, an der der ursprüngliche Ball auf dem Platz verloren ist oder die Ausgrenze gekreuzt hat) gilt auf unserem Platz nicht.

Diese eben genannte Variante ist nicht fester Bestandteil der Golfregeln. Man könnte sie lediglich als Platzregel einführen. Weder der DGV noch der HGV tun das und selbst die Schöpfer der Golfregeln, R&A und USGA, schreiben dazu: „Diese Platzregel passt zum allgemeinen Spielbetrieb, in dem Spieler private Runden spielen oder ihre eigenen Wettkämpfe veranstalten“. Von einer Verwendung in vorgabenwirksamen Spielen wird abgeraten.

01.03.2021