Jährliche Überprüfung der Vorgaben

Der DGV hat festgelegt, dass aus der bisherigen „Kann-Regelung“ in diesem Jahr eine „Muss-Regelung“ wird.

Liebe Golferinnen und Golfer,

Je mehr vorgabewirksame Ergebnisse ein Spieler erzielt, desto genauer stimmt das Handicap mit seinem Spielpotenzial überein.

In wenigen Fällen kann es jedoch vorkommen, dass sich das Spielpotenzial deutlich stärker verändert, als dies durch die automatische Vorgabenfortschreibung wiedergespiegelt wird.
Besonders häufig sind solche Entwicklungen bei sich rasant verbessernden Jugendlichen oder auch bei intensiv trainierenden Erwachsenen zu beobachten. Die gegenteilige Situation ist nicht selten bei Senioren oder Berufsanfängern zu beobachten.
Dann kann der Vorgabenausschuss eines Clubs auch manuell eine andere Anpassung für einen Spieler beschließen als die automatische nach der nachfolgenden Methode: Zur Überprüfung einer Vorgabe sind mindestens 8 vorgabewirksame Ergebnisse notwendig. Mindestens 4 davon müssen in der soeben beendeten Spielsaison erzielt worden sein, bis zu 4 weitere können aus dem Vorjahr zur Beurteilung herangezogen werden. Clubvorgaben (HCP. 37 bis 54) und inaktive Vorgaben (3 oder weniger vorgabewirksame Ergebnisse im laufenden Jahr) lassen sich durch die jährliche Überprüfung weder bestätigen noch verändern.
Um zu beurteilen, ob die DGV-Stammvorgabe dem Spielpotenzial des Spielers entspricht, wird der aus den Spielergebnissen ermittelte Median mit dem statistisch zu erwartenden durchschnittlichen Nettoergebnis des Spielers verglichen. Dieses variiert je nach Vorgabe (vergl. Tabelle).

Stammvorgabe bis 4,4 4,5-8,0 8,1-11,4 11,5-15,0 15,1-18,4 18,5-26,4 26,5-36,0
Erwartete durchschnittliche Stableford Nettopunkte 33 32,5 32 31,5 31 30,5 30

Wenn diese beiden Werte um +/- 3,0 bis +/- 4,9 abweichen, erfolgt eine Anpassung des Handicaps um +/- 1.

Bei Differenzen von +/- 5,0 oder mehr wird das Handicap um +/- 2 verändert.
Die Automatik beschränkt sich bei der jährlichen Überprüfung auf +/- 1 oder +/- 2. Darüber hinausgehende Änderungen müssen zusätzlich in einer manuellen unterjährigen Anpassung durch den zuständigen Vorgabenausschuss beschlossen werden.

Beispiel:

Ein Spieler mit DGV- Stammvorgabe 14,1 spielt im laufenden Jahr 6 Ergebnisse (aktives Handicap). Für die Mindestanzahl von 8 Ergebnissen werden auch die letzten beiden Ergebnisse aus dem Vorjahr herangezogen.

Die Netto Stableford-Ergebnisse werden aufsteigend sortiert:
19 – 21 – 26 – 27 – 29 – 30 – 30 – 34.

Der Median ist der Mittelwert des 4ten und 5ten Ergebnisses:
(27+ 29) : 2 = 28

Die Differenz des Medians (28) zum durchschnittlich zu erwartenden Ergebnis 31,5 beträgt –3,5.
Die Vorgabe wird automatisch um 1,0 angepasst (von 14,1 auf 15,1).